Spezialanwendungen
Einsatzbezogenes Training
Die Schulungen im Bereich Spezialanwendungen richten sich an Fachkräfte, die bei Arbeiten in der Höhe oder in technisch anspruchsvollen Einsatzbereichen mit besonderen Rahmenbedingungen konfrontiert sind. Vermittelt werden vertiefende Kenntnisse zu individuellen Arbeits- und Sicherungsverfahren, zur fachgerechten Auswahl und Anwendung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) sowie zur Bewertung atypischer Arbeitssituationen. Die Inhalte werden auf projektspezifische Anforderungen abgestimmt und unterstützen eine sichere, strukturierte und normgerechte Umsetzung komplexer Tätigkeiten.
Voraussetzungen
- Anwendung von persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz nach DGUV R 112-198 und R 112-199 (PSAgA)
- 18 Jahre
- Tauglichkeitsnachweis (wir empfehlen eine G41-Untersuchung)
Theorie
- DGUV Regeln 112-198 / 112-199 (Abgrenzung Standard vs. Spezialanwendung)
- Arbeitgeber- und Anwenderpflichten
- Gefährdungsbeurteilung bei Sonderanwendungen
- Dokumentations- und Unterweisungspflichten
- Funktionsweise komplexer PSAgA-Systeme
- Auswahl und Bewertung nicht standardisierter Anschlagpunkte
- Temporäre Anschlageinrichtungen
- Mehrpersonen- und Sonderbelastungen
- Analyse spezieller Arbeitssituationen (z. B. Enge, Schrägen, Kanten)
- Rettungskonzepte für Sonderanwendungen
- Entscheidungshilfen: zulässig / nicht zulässig
- Grenzen der Eigenrettung und Fremdrettung
- Typische Fehlanwendungen bei Sonderanwendungen
- Konsequenzen falscher Systemkombinationen
- Kombination PSAgA mit Seilzugang, Hubarbeitsbühnen oder Kran
- Ablaufplanung bei komplexen Tätigkeiten
Praxis
- Aufbau und sichere Nutzung komplexer PSAgA-Systeme
- Anwendung nicht standardisierter oder temporärer Anschlagpunkte
- Arbeiten mit horizontalen, vertikalen und geneigten Sicherungssystemen
- Bewegung in absturzgefährdeten Bereichen (Umsetzen, Umhängen, Positionieren)
- Arbeiten an Kanten inkl. geeigneter Kantenschutzmaßnahmen
- Simulation besonderer Einsatzbedingungen (Enge, Schrägen, eingeschränkte Bewegungsfreiheit)
- Beurteilung von Fallräumen und praktisches Einschätzen von Sturzfaktoren
- Praktische Umsetzung projektspezifischer Arbeitsverfahren
- Durchführung von Selbstrettungsmaßnahmen bei Sonderanwendungen
- Einbindung von Rettungskonzepten in reale Arbeitssituationen
- Erkennen und Korrigieren typischer Fehlanwendungen
- Arbeiten im Team und Kommunikation bei komplexen Tätigkeiten